words on a watch

15 November 2009

theorie / theory [rough translation]

ich hab eine kerbe gekratzt
dich gebogen hineingelegt
und eine kerbe geschlossen

ich habe dich eingepasst (und:
ja du warst für die kerbe gemacht)
dich im kühlen der kerbe vergessen

es wurd eine kerbe gekratzt
du gehoben gelegt und
am boden der kerbe vergessen.




[i cut a kerf
and bent you laid you into it
i shut a kerf

you fit in (did you know:
you were made for that kerf)
i forgot all about you

a kerf was cut
you were taken and laid
and forgotten.]

(picture taken from postsecret.)

09 November 2009

Entstört

Man wird sich ein eigener Faden.
Rot. Folgt sich als Mensch.

Den Steinen entnommen:

Ein Arm. Eine halbe Idee. Nackt und flach.
Eine Wohnung, in die man zurückkehrt.

Entzeichnet von allen Emblemen.

Entlanggerutscht.

05 November 2009

annina luzie schmid in lyrikmail !

after many years of receiving selected poetry in my inbox everyday, i was delighted to find one of my own poems called drei arten betäubung featured in today's lyrikmail. quite honestly, this made my day.

i can only recommend you sign up for gregor koall's excellent free service and donate some money to the SOS Kinderdörfer in his name. lyrikmail is also on twitter. (as am i.)

alright, that was it, i gotta get ready for kookread now (see below).

02 November 2009

kopiert den kookbooks text zur lesung am 5. november, man möge mir verzeihen

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KOOKREAD IN KREUZBERG: JUNGE LITERATUR VON PAUL BRODOWSKY, DANIEL FALB UND FELICIA ZELLER
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Donnerstag, 05.11.2009, 20:00 Uhr
kvartira No. 62
Nach dem schönen Start am neuen Ort geht es weiter mit KOOKread im Kvartira
- kleine, feine, entspannte Lesungen von jungen und jüngsten Autor/innen.
Mischungen, Entdeckungen, Raum für Getränke und Gespräche.

Am Donnerstag lesen Paul Brodowsky, Daniel Falb und Felicia Zeller (Foto)
Prosa und Lyrik.

Paul Brodowsky, geboren 1980 in Kiel, lebt in Freiburg, Berlin und in
Großraumwagen der Deutschen Bahn. Er studierte Kreatives Schreiben und
Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim und war Mitbegründer und
bis 2004 Herausgeber der Literaturzeitschrift BELLA triste. Ausserdem ist
er Mitbegründer des Literaturfestivals PROSANOVA. Zwei Bücher erschienen
bislang bei Suhrkamp: "Milch Holz Katzen" und "Die blinde Fotografin".
Neben Prosa schreibt er auch dramatische Texte, zuletzt "Regen in
Neukölln". Seit 2007 unterrichtet er Schreiben an der Uni Hildesheim.
Stipendienaufenthalte in New York und Los Angeles, zahlreiche
Auszeichnungen und Preise, u.a. den Förderpreis zum Nicolas-Born-Preis und
den Preis der Frankfurter Autorenstiftung.

Daniel Falb, geboren 1977 in Kassel, lebt seit 1998 in Berlin. Studium der
Philosophie, Soziologie, Politikwissenschaften. Derzeit ist er Doktorand
der Philosophie. Falbs Gedichte erschienen in Zeitschriften und
Anthologien, u.a. in Edit, Bella Triste, Zwischen den Zeilen, Sprache im
technischen Zeitalter, Jahrbuch der Lyrik. Bei kookbooks kam nach seinem
Debüt "die räumung dieser parks", 2003, vor wenigen Tagen sein neuer
Gedichtband "bancor" heraus. Falb wurde u.a. mit dem Lyrikdebütpreis des
Literarischen Colloquiums Berlin 2005 und einem Stipendium der Stiftung
Niedersachsen 2006 ausgezeichnet.

Felicia Zeller, geboren 1970 in Stuttgart, lebt und arbeitet als
Schriftstellerin in Berlin-Neukölln. Sie diplomierte 1998 mit einer Arbeit
über nonlineare Dramaturgie an der Filmakademie Baden-Württemberg. 2008
wurde ihr Theaterstück "Kaspar Häuser Meer" mit dem Publikumspreis bei den
Mülheimer Theatertagen ausgezeichnet, die Inszenierung läuft zur Zeit am
Maxim Gorki Theater, Berlin. Für ihren ersten Kurzprosaband "Einsam Lehnen
am Bekannten" erhielt sie den Clemens Brentano Preis 2009. Brandneu
erschienen im Lilienfeld Verlag, Düsseldorf, ist "Bier für Frauen, Kaspar
Häuser Meer, Gespräche mit Astronauten. Drei Stücke".
Ort:
Kvartira No. 62
Lübbener Str. 18
10997 Berlin

Der sozialfreundliche Eintritt beträgt 3,- EUR

01 November 2009

(picture taken from postsecret.)

21 October 2009

die letzte avantgarde

DER FREITAG hat einen artikel darüber, warum man als autor im netz kein geld verdient. leider schon eine woche alt, habe ihn aber erst heute gefunden.

11 October 2009

jede menge interviews mit großen autoren

in der literatur-"abteilung" auf galore.de. alles umsonst und spannend, sehr zu empfehlen.

05 October 2009

not on the list

just like in the past couple of years, i am not among the finalists of this year's open mike. but alexander gumz is. he's nice and writes good poetry, so that's ok. (i translated his poem wo diese ränder enden a year ago.) congratulations!

02 October 2009

poets except daniel falb

here are a couple of pictures andré jahn took at that political poetry reading i wrote about for lyrikkritik.de's Laufbotschaften. everybody's in there except daniel falb. top to bottom: angela sanmann, ann cotten, björn kuhligk, florian voß and tom bresemann. i took these pictures from andré's facebook album lesung-politische-lyrik-im-so-36-letzten-donnerstag with his permission.





30 September 2009

"natur beschreiben ist sowieso ein unsinn, weil sie ja jeder kennt." - thomas bernhard on the economy of writing

29 September 2009

my debut on www.lyrikkritik.de

i wrote a little mood piece called Politikpoeten on the evening over at SO36 (event invite see below) and hendrik jackson was kind enough to put it up amongst his Laufbotschaften.

28 September 2009

you've always wanted to become an open mike jury member?

here's your chance! apply until 30 october 2009.

20 September 2009

political poetry is hip

ann cotten, daniel falb, rené hamann, björn kuhligk, angela sanmann, tom schulz and florian voß will be reading their political poetry @ SO36, oranienstr. 190, 10999 berlin on thursday, 24 september 2009. cover charge: 3 €, 8 p.m. i'll probably go, this sounds interesting.

"Zornig und selbstbewusst meldet sich die politische Lyrik zurück.

Junge Autoren thematisieren die Probleme von heute: Migration, Klimakrise, Globalisierung, Massenarbeitslosigkeit und Abschaffung der sozialen Systeme. Aus Anlass der Buchpublikation »Alles außer Tiernahrung. Neue politische Gedichte« kommen acht Dichter auf die Bühne des SO36 und hauen Euch ihre Verse um die Ohren. Anschließend Party mit Politmucke von Brecht bis The Exploited! Stand up and dance - stand up and fight!"

17 September 2009

DIE ZEIT über Lyrik im Netz.

...and, quite possibly, the even more informative link: matthias kehles lyrik-blog.

06 September 2009

wespengedicht

ich habe dich über den sommer verloren
die wespen geschlagen die wespen im
süßesten wasser ersäuft dich darüber verloren
und wenn ich erinnere habe ich jahre
vergessen und angehäuft. angehäuft mehr.
und wespen im sommer wie zuckerrand
an meinem essen und fühler. dich angefühlt
über den tellern den wahrsagern blöd in den
mund gestiert. nachgefühlt dann jenem summenden
klang eines namens die uhr viel zu weit um
das handgelenk wedelt die lästigen, lästigen
wespen zurück. das jahr war kaum heiß und
ansonsten schon alles vergestern. die ewigen witze
die wespen das gelb in den boden getreten verklebt
und sie fliegen zu zehnt aus den nestern.
ich habe dich wieder im nettesten menschen des tages.
gestreift und verwickelt in rede und schal du
die wespen gekrümmt zu vertrocknen.


[rough tranlsation:]

i've lost you over the summer
the wasps hit the wasps drowned them in
sweetest waters and lost you therefore
and when i remember well i have forgotten
years and accrued them. accrued them more so.
and wasps during summer like sugar rims
round my dinners and feelers. i have felt you
over plates have stared into the mouth of fortune
tellers. empathized then with the humming
sound of a name and the watch way too lose
round my wrist waves the bothersome, bothersome
wasps away. the year was not hot and all else
has been lost in the past. deathless jokes and
the wasps and sticky yellow walked into the ground
and they usually fly from their nests in tens.
i have you back here with me in the day's nicest person.
striped and wrapped up in speech you
the wasps bent to shrivel.

as my internet went on holidays with my neighbours, i am not posting much these days. even though i would have really liked to tell you all about nadine gordimer's reading at pariser platz last tuesday and how she made barbara wahlster of deutschlandradio kultur look like a total idiot (she deserved it for asking those dumb-ass questions!). so yeah, i haven't been writing much lately, a poem or two perhaps, i might post one here later.

23 August 2009

a german article on the history (and future? really?) of literature in berlin's famous prenzlauer berg.

22 August 2009

und wenn ich dich nachts
in der ubahn vermisse was
macht das noch dass ich
den kopf an die schulter
nicht anlehnen kann wenn
ich nachts keine hand habe
an meinem hintern und
nicht einen finger im haar
ich habe dich stehen gesehen
im schnee bis die bahn kam
und frieren. was war dass ich
jetzt dann allein in dem schnee
an den bahngleisen stehe
du nicht keine hand keine hand
mehr an meiner und was kann
die bahn denn dafür? und
du fehlst mir manchmal und
was soll das jetzt heissen?
da stehen die männer herum
mit den händen im hosensack
finger im hängenden faden
ich gehe alleine was macht das?
ich gehe die hand in den haaren
ich hab dich erinnert die finger
den schnee auf den strassen
was macht das jetzt noch.

16 August 2009

a friend of mine introduced me to poemhunter.com - fabulous! you even get to download e-books and all, go check it out. (thanks for the hint, maciek!)

(taken from postsecret.)

13 August 2009

oktober und dann

von siebzehn bis dreizehn zusammen
wie kinder die sich
in den tagen verliefen
wie jungen verkehrt
sich verstehen und es wurd
eine liste geschrieben
im geiste von dingen
so unschön und wurzeln
und fehler verblieben
man hat sich die jahre
wie angetan als eine kehrseite
welcher beziehung aufs
herz gestülpt. nein.
jene zeit ist im wechsel
vergangen es gab an den
enden nichts wiederzusehn.



[rough translation:

october and then

from seventeen until thirteen together
like children got lost in
those days like boys of that age
misinterpret themselves
and there was a list that was written
of things very ugly and roots
and mistakes just remained
one did all these years to each other
an inward relationship put over hearts. no.
all time has passed alternating
with stillness to meet at its end.]

06 August 2009

du kannst alles haben
auch das, was am
meisten bedeutete: ich
nehme nichts: dich
den eitlen zum fraß
für dreifünfzig die nie
jemand aufrechnet
du: in der glasglocke
druntrer als ich je
drin saß und mit
nichts eines lebens
das je mehr bedeutete
gut für dich: du
kannst es haben das
alles auch das was
du ließt: mich
im liegen dir doch
noch das meiste
nicht wahr die
dreifünfzig zum fraß
vor die scheibe
zwei gänge noch
gehen nicht bleiben.

31 July 2009

i have been digging out old material - II

from a roofed platform
i watch horizon
suck in your train
that red and white train
that pulls you
winds you away
into a trail maze
industrial grey
and panic slurps
radiant days
doze notions of us
intertwined of
your leg on mine
for an instant last night
a valiant vagrant i
mumble goodbyes
and you perhaps
wonder if life
makes its mad debut
twice.

(2006)

i have been digging out old material - I

vielleicht wirds am end so
dass ich dir nachgeb
nichts wollen fast nur
diesen nagellack schwarz
dass die finger ganz schmal wirken
üben die botschaft
an euch.

(2007)

20 July 2009

frank mccourt died

two obituaries: one in german, one in english.

12 July 2009

(taken from postsecret.)

22 June 2009

those of you who know me...

know i'm useless when it comes to correct word counts. so it seems only logical that what i thought to be 27 norm pages are actually 36 norm pages. still not much, i know, i know. i have finished the fifth proper edit now and, as a next step, will have another look at the original draft to see whether maybe there was something in it i deleted but that's actually still useable. the only problem poses my printer that has been acting funny ever since i have been using improper refill cartridges. it used to work just fine in the beginning, it has been telling me for a while now, though that the colour cartridge is empty (i never even used nor replaced it!) and that because of that i can't print anything in black and white, either. grrrr.

it's this time of the year again

ingeborg bachmann preis - tage der deutschsprachigen literatur, klagenfurt, austria, 25 - 28 june.

live-stream online and live on 3sat (16 hours!).

translations of all selected submissions will be made available here.

personally, i won't be around this time, but i'll read in the supporting programme again next year.

21 June 2009

off topic

(über facebook bei schorsch neu geklaut.)

11 June 2009

edit no. 4, hot off the printer

ok, so i am done with edit number 4 of my little novella now. although still only at 27 norm pages (50.899 characters with spaces), i'm quite content with it. so far, i have only given it to stefan beuse to read, who gave me very encouraging feedback and who is the only one to know the working title of the manuscript still. i am planning on doing more editing and maybe even on adding more pages to it during my time on the road next week - the Arcotel Hotels have been so kind to sponsor a literary journey that will take me to Linz (AU), Klagenfurt (AU), and Zagreb (HR). as yet, i haven't made my mind up whether i'll bring my computer or not, as i am hoping that a macless journey would force me into writing more (less distraction). i will definitely bring my camera, though, and will take some pictures. speaking of pictures, here's a small selection of the ones i took on my most recent trip to the US:




10 June 2009

max frisch's daughter on her relationship to her father

over at swiss radio station drs3. (in german.)

08 June 2009

junot díaz and aleksandar hemon on contemporary american literature

over at NZZ.

03 June 2009

some weird poem i wrote last september

YOU TO YOUR FAME
AS THE TWIGS OFF THE TRUNK
IN THE SKY.

02 June 2009

copy paste: readings in berlin this week

DI, 2.6.2009, 20:30 Uhr
Nora Bossong, Nikola Madzirov und Daniela Seel
Kaffee Burger, Torstraße 58/60, 10119 Berlin (Mitte)

Nora Bossongs neuer Roman "Webers Protokoll" (Frankfurter Verlagsanstalt)
folgt den Wegen eines Diplomaten in der Nachkriegszeit zwischen Schuld und
Aufbruch. Historisches Material trifft auf große Kunstfertigkeit. Bossong
erhielt für ihre Lyrik und Prosa diverse Stipendien und Preise, u.a. den
Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis 2007. Im Winter hielt sie sich im Deutschen
Haus in New York au; im Herbst wird sie Artist in Residence in China sein.

Nikola Madzirov, geboren in Strumica, lebt als Lyriker, Essayist und
literarischer Übersetzer in Makedonien. Für seinen bislang vierten
Gedichtband, "Versetzter Stein", bekam er den renommierten Hubert Burda
Preis für junge osteuropäische Lyrik. Madzirov ist zur Zeit Stipendiat in
Berlin. Wir werden seine wunderbar klaren, nie ganz auflösbaren Gedichte
zweisprachig lesen.

Daniela Seel war lang bevor sie den Verlag kookbooks gründete selbst schon
Dichterin. Hoch artifiziell und gerade dadurch hautnah schreiben ihre Texte
an den Grenzen von Wahrnehmung und Denken, Semantik und Sound, von Körper
und Luft entlang. Sie liest aus aktuellen, noch unveröffentlichten Texten.


FR, 5.6.2009, 20.30 h
COTTEN: Glossarattrappen. Bildprosa.
Dock 11, Kastanienallee 77, 10435 Berlin (Prenzlauer Berg)

KOOK richtet ein Minifestival aus Lyrik, Songs und Bildern ein, dieses
Wochenende im Dock 11. Am ersten Abend liest die großartige Lyrikerin Ann
Cotten:

Ann Cotten wandelt ihre Internet-Einträge in den GLOSSARATTRAPPEN nach
Notwendigkeit um oder löscht sie. Es kommen laufend neue hinzu, um sich in
das Chaos der Welt einzuklinken. Fotos und Zeichnungen sind eine Auswahl aus
allem, was ihr vorliegt. Es gibt Zitate. Das Netz bietet eine
Kontextlosigkeit, die erfrischend ist. Remember: it's fun - ein Fächer mit
tieftönenden Geräuschen.


SA, 6.6.2009, 20.30 h
POPP: Kolonie Zur Sonne. Gedichte.
BÖTTCHER: Vom anderen Ende des Flures. Songs.
Dock 11, Kastanienallee 77, 10435 Berlin (Prenzlauer Berg)

Am zweiten Abend spielt Jan Böttcher Songs zu Texten von Steffen Popp:

Der Verlag kookbooks wirbt mit "Poesie als Lebensform" - Steffen Popp hat
den schönen Ausruf jüngst mit seiner Poetik unterfüttert. Sprache sei nicht
im Hintertreffen mit der Wirklichkeit, sie erzeuge eine Wirklichkeit erst
selbst. So sei das Gedicht, in seiner Lebensferne, nichts anderes als eben
unser Bemühen um dieses Leben. Über Popps aktuellen Gedichtband, so
antiromantisch wie zart, urteilt die FAZ: »Hier finden sich einige der
schönsten Möglichkeiten, in deutscher Sprache dichterische Erfahrungen zu
machen.«

Jan Böttcher schreibt seine Lyrik seit Jahren ausschließlich in Liedform.
Viele Jahre hat er für die Band Herr Nilsson gesungen - mit seiner ersten
Soloplatte zeigt er, dass er sowohl der musikalischen als auch seinen zwei
texterischen Seelen treu bleibt: poetisch offene Lieder über die verlorene
Jugend und unsere immerwährende Nähe zur Klinik finden sich neben
satirischem Bashing auf Wellness, Hitler-Filme und die Geschäftspraktiken
der Pornobranche.