rezensionswettbewerb
einsendungen werden zwischen dem 1. und dem 28. februar 2011 akzeptiert.
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Annina
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parcours
vielleicht liegt es daran, daß ich gerade wenig zu tun habe, ich habe nämlich schon seit juni und auch noch bis september frei. wenn ich wenig zu tun habe, rege ich mich generell öfter auf; wenn ich wenig zu tun habe, lese ich zudem mehr, und es ergeben sich zwangsläufig mehr ärgernisse, über die ich mich aufregen kann. ich lese, wenn ich wenig zu tun habe, außerdem nicht nur mehr, sondern auch genauer, und wenn ich genauer lese, rege ich mich erst recht auf. ab und zu finden sich die ärgernisse dann gleich kombiniert und hintereinander. in diesem falle waren es drei - triplebarre nennt man das, glaube ich, in einem parcours? der reihe nach:
ärgernis 1: schlechte pr-texte, die guten verlagen unterlaufen
ich lese zurzeit sämtliche mir auf facebook zugehenden verlagsankündigungen, die ich früher nur überflog, genaustens. es stellt sich heraus, daß manche dieser texte einfach nicht dafür geschrieben werden, um genaustens gelesen zu werden, sondern im gegenteil offensichtlich mit dem kalkül entstehen, daß potentielle leser sich in eile auf die durchaus interessanten primärinformationen konzentrieren und dabei gnädig ignorieren, daß, wie schrieb ich gestern? genau: einige dieser texte klingen, als habe ein_e bedauernswert unterbezahlte_r und nicht besonders sprachbegabte_r praktikant_in sie am ende eines montäglichen schreibmalschnellnochmarathons verfassen müssen.
ärgernis 2: schlechte pr-texte, die guten verlagen unterlaufen, unterlaufen manchmal den eigenen zweck
der berlin verlag nutzt, wie die meisten mit mir 'befreundeten' verlage auf facebook, facebook vorrangig als eine einbahnstraße, auf der sein zielgruppenmarketing unbehelligt zu den 3558 freunden traben kann. dagegen ist auch nichts zu sagen. ich hoffe allerdings, hernach nicht entfreundet zu werden, wenn ich an dieser stelle darauf hinweise, daß man dies vielleicht noch zielgruppengerechter umsetzen könnte als in bestimmten aktuellen formulierungen eben jener oder jenes vermuteten praktikantin/praktikanten, die oder der in regelmäßigen abständen halb angekleidete veranstaltungshinweise auf die straße scheucht. bisher ergibt sich manches mal eine auf lose art deplazierte anwesenheit - vielleicht: ein zylinder, aus einer revue entwendet, um beim dressurreiten getragen zu werden - : die form stimmt nicht ganz. form jedoch ist vielen lyriker_innen nicht ganz unwichtig; den lyrikinteressierten hoffentlich auch nicht.
was etwa darf ich erwarten, wenn der 10. geburtstag der lyrikreihe des berlin verlags mit einem "Lyrik-Parcours" begangen werden soll? ein parcours ist laut definition eine strecke mit vorbereiteten hindernissen, die man im sportlichen ehrgeiz überwinden kann (so denn ehrgeiz und sportlichkeit in ausreichendem maße vorhanden sind). als vorbereitete hindernisse im "Lyrik-Parcours" gibt der berlin verlag, wenn ich richtig lese, "Binnenreim auf der Bühne, Metapher in der Maske, Alliteration im Atrium" an. was soll das bedeuten? darf ich lyrikern beim schminken zuhören? alliteration gibt es nur im atrium, die bühne haben die binnenreime? oder: wenn ich nicht weiß, was eine metapher ist, soll ich gleich fortbleiben, denn es steht nicht zu erwarten, daß ich sie dann spielerisch überwände?
eine solche ankündigung mag vielleicht diejenigen, die sich ohnehin interessieren, nicht davon abhalten, hinzugehen. etwaige neuinteressierte vermutlich schon. lyrik gilt gemeinhin als anstrengend, ob zu recht oder zu unrecht, ist eine andere frage; ich betrachte es jedoch nicht gerade als pr in eigener sache für einen verlag oder jajadielyrikansich!, wenn lyrikveranstaltungen zu geistsportereignissen erklärt werden - von jemandem, der oder die sich offensichtlich selbst vorab sogar für eine teilnahme im publikum disqualifizieren wollte. denn der oder die praktikant_in legt, frei nach erschienenen titeln lyrisierend, noch nach: "Die Autoren Jan Wagner, Björn Kuhligk, Ron Winkler, Elke Schmitter, Matthias Göritz, Matthew Sweeny, Tom Schulz und Tom Bresemann nehmen uns mit auf eine Probebohrung in den Himmel bis zur Oberfläche der Erde und zurück." mehr richtungswechsel im parcours war nie.
ärgernis 3: schlechte pr-texte, die guten verlagen unterlaufen, unterlaufen zwar manchmal den eigenen zweck, erfüllen jedoch als verqueres ablenkungsmanöver versehentlich einen anderen
fast unterlief mir der viel größere lapsus, mich nur über das kleinere ärgernis zu echauffieren - denn ich überlas ob so viel schlechten stils teile des inhalts. vielleicht liegt das auch daran, daß ich mich leidenschaftlich gern über texte aufrege und weniger gern über zustände. texte kann man schließlich ändern, sagt die zynikerin an der bande. zum glück sehen andere das anders, annina etwa, deren blogeinträge und aktivitäten (ihr brief zur spon-kolumnistenauswahl z.b., oder ihre kontinuierlichen girlscanblog-posts) seit einiger zeit dazu führen, daß ich auf zustände des gleichgewichtes achte und mich zustände des ungleichgewichts ärgern. des geschlechter(un)gleichgewichtes in diesem falle. manches mal fange ich gar zwanghaft an, auszuzählen und nach vermeintlichen trends zu fahnden.
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Annina
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Annina
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a couple of upcoming books and events, among them michael stavaric and johannes weiberger's new books. please click here for more info.
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yesterday, i was quite surprised to find in my mailbox a copy of i, coleoptile, ann cotten's new book published by broken dimanche press. it's got interesting black and white photography by kerstin cmelka in it, and, slightly more importantly, ann's poetry. i can't read all this now, but it looks like i'd like it, and i already wonder who enzo is (again: no time to ponder, remember, guess). my favorite line: and so i felt like jelly, like / I had been here before. let's hope i'll get around to writing a proper review sometime.
the people at the residenz verlag, who were kind enough to provide me with a copy of ulrich ladurner's eine nacht in kabul last september already (yes, i have been INTERESTED in this book!), still haven't gotten theirs. but i haven't forgotten about it, and at least i can mention here now that i like the author's dedication to alle, die den krieg nicht hinnehmen.
thank you for remaining patient and have a great 2011!
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Annina
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die klappentexterin asked me for a book recommendation for her readers, and i suggested this. unfortunately, it doesn't seem to be available in english translation anywhere (is this really possible?), but there are two of her poems on her EN wikipedia in any case.
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Annina
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und zwar am 21.11.2010 bei tempelhof liest. auch noch da: sibylle lewitscharoff, thomas pletzinger und andere.
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Annina
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zu meiner überraschung fand ich im neuen missy magazine eine knappe, aber durchaus brauchbare anleitung zum schreiben einer kurzgeschichte. verfasst hat diese karla schmidt, von der ich zwar noch nie gehört habe, die aber laut vita durchaus weiss, was sie da tat. falls jemand also noch den letzten arschtritt für die teilnahme beim nächsten MDR literaturpreis braucht - vielleicht hilft die lektüre ja? einsendeschluss dort ist der 11. januar 2011. äh, der 31. januar, sehe ich gerade.
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Annina
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reisende soll man ich kann dich nicht aufhalten
will dich nicht umkehren gibt es den wert eines
menschen in art aller menschen mit denen er
schläft als die not der realen maschine was ratterst
du denkst du denn dass du verlassener machst als
du selbst je verlassen warst ach wenn du weg
wanderst denk doch ich habe das gehen geübt das
gelassen ich habe mit abschied in reinform die
treueste freundschaft geschlossen da musst du schon
mehr leisten grosses wie wär eine spontane wiederkehr?
ach wird bis dann noch viel schlaf meinen schnarch
runterrasseln und schnauf aus dem herz emporgehn
wirst du als reisender nach deiner weltfahrt das hier
wollen mich wollen alles verklären und wie früher sehn
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Annina
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gerade von unter der glocke gekrochen auch du
aus dem hafenschlamm also dem dreck der den
hafen beendet ich hab dich da aufgeschnappt und
deine fossile seele ins heute gewendet ins morgen
gepaeck umgehoben ins meine verkehrt aeh veraendert
ein gloeckchen aus glas das erhitzt und geblasen mir hast
also angelegt du... habe seeroeschen rot auf dem
teich gesehn blaettchen und blueten gib acht habe
lieder gesungen nicht lieder gesungen nicht fast.
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Annina
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Annina
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Annina
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DIE ZEIT has an interview with josef haslinger who is both the managing director of the Deutsches Literaturinstitut in Leipzig and also a writer. in that interview he claims that professionally training authors in writing schools like his own is closing a quality gap in german literature. and better yet, he blames us individuals and for-profit literary magazines for not educating younger writers better - in our free time, of course:
"Durch den Niedergang der Gruppen und die Professionalisierung der Zeitschriften, es gibt ja fast keine Autorenzeitschriften mehr, ist eben die Notwendigkeit entstanden, solche Schulen zu haben, in denen Autoren literarische Erfahrungen sammeln können."
i think he purposely ignores economic realities here. people need to go to work these days, unlike in the seventies, when hanging out in smoke filled uni corners was hip. there is not enough governmental funding for literary endeavours. yadda yadda. i'm boring myself with the perpetual sermon of a self-sustaining literary system, no courage to try new things and the ongoing homogenization professionalization of writing styles. he can tell me about his students' striving for originality all he wants - they voluntarily entered an institution whose aim it is to prepare them for a literary market that resorts to celebrating people like helene hegemann for originality. good for her, i guess, that at least she never attended a factory school like that. in any case, a better title for this post would have been "writing schools must close market gaps or else they'll be shut".
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Annina
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alistair noon has a reading coming up at this year's poetry hearings kick-off event:
fri, 24 september, 19:30, direktorenhaus, am krögel 2, 10197 berlin, € 5,00
ulrich ladurner will be reading from his book Eine Nacht in Kabul (residenz verlag):
wed, 29 september, 19:00, martin-gropius-bau, niederkirchnerstr. 7, 10963 berlin, € ?
i'll write a review of that book, so i'll do my best to attend that one.
and last but not least: some friends of mine started a blog project entitled reading murakami.
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Annina
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